Was ist Wicca für eine Religion ?
Wicca ist einer der führenden Kulte der neuheidnischen Bewegung. Er wird auch als Alte Religion oder der Alte Pfad bezeichnet und basiert auf den religiösen Praktiken unserer heidnischen Vorfahren.
Grob definiert handelt es sich im Wicca um die Verehrung des Göttlichen, in der Darstellung durch eine Göttin und einen Gott, welche beide viele Namen und Erscheinungsformen besitzen.
Es ist ein Glauben, eine Weltanschauung und kein „Zauberkasten“, aus dem man sich mal schnell ein Liebesamulett oder einen bösen Fluch fischt um damit allen Problemen aus dem Weg zu gehen.
Sicherlich spielt das Wissen um Dinge wie Symbole, Heilkräuter, heidnische Mythen und Zauber eine wichtige Rolle, doch in erster Linie handelt es sich um eine Religion, einen Glauben.
Jedoch wird hier Religion und Magie nicht getrennt, sondern gehört zusammen.
Obwohl Wicca sich als Ur-Religion versteht, ist sie eine moderne Religion, welche mit der Zeit geht und sich den Menschen anpasst. Sie beinhaltet den Glauben an das Übernatürliche, an das verborgene Wissen und die Kenntnis, dass es zwei Dimensionen (Pole) gibt – die äußere (unser ganz normales Leben) und die innere (die Kraft des eigenen Geistes/die Anderwelt). Wir sind in beiden Welten zu Hause.

Wicca hat viele Wegweiser für jene aufstellt, welche suchen bzw. finden wollen, doch ist es keine Religion, welche andere, ich würde es als aktiv oder missionarisch bezeichnen, zu bekehren sucht.
Der Wiccakult lehnt sich an die naturreligiösen Begebenheiten, deren Wurzeln bei den vorchristlichen Europäern an, wie z.B. den Germanen, Kelten, Römer, und Griechen, zu finden sind.
Daher stellt sich diese Religion als eine Mischung verschiedener Glaubensrichtungen dar,
wobei folgende meiner Meinung nach die stärksten Eindrücke hinterlassen:
Pantheismus: alles, was uns umgibt – Menschen, Natur, Tiere, Pflanzen und die Erde – ist göttlich. Alles ist heilig und wird mit Respekt und Würde behandelt.
Animimus: alle Lebensformen auf unserem Planeten haben eine Seele - Menschen, Tiere und Pflanzen, wobei ich für mich selbst auch „leblosen“ Dingen, wie z.B. Steinen eine Seele,mitunter auch als Geist oder Spirit bezeichnet, zuordne.
Polytheismus: wir haben viele Gottheiten, wobei der Schwerpunkt im Wicca oft bei den verschiedenen Göttinnen liegt. Die dazu gehörigen Götter, werden leider oft vernachläßigt, Dabei ist gerade die Dualität für mich der Punkt, welcher das ganze in sich schließt und stimmig macht. Wobei die Frau, bzw. die Göttin einen besonderen Status einnimmt, da Sie mit ihren eigenen Phasen (z.B. Menstruation) mit dem Mond in Verbindung steht und neues Lebengebären kann. Ihr Gefährte, der gehörnte Gott, begleitet sie.

Wicca ist eine Religion,welche weibliche und männliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt
.Manche vertreten die Auffassung, es handle sich um eine rein weibliche Religionsform.
Daher finden auch immer mehr Frauen ihre Erfüllung im Wicca, da fast alle anderen Religionen sie beinahe ganz ausschließen bzw. als „minderwertig“ einstufen.
Wicca ist eine undogmatische Religion, welche jedoch von ihren Anhängerinnen und Anhänger verlangt, daß jeder die Verantwortung für jegliches Handeln selbst übernimmt.
Im Wicca Credo heisst es, dass alles heilig ist:
Wir Menschen sind heilig. Unser Körper ist heilig. Unsere Sexualität ist heilig. Die Natur ist heilig. Das Leben ist heilig. Tiere sind heilig. Bäume und Blumen sind heilig. Kräuter sind heilig. Steine sind heilig. Das Wasser ist heilig. Die Luft ist heilig. Die Erde ist heilig.
Gebote, Verbote, Regeln, wie z.b. in der Christlichen Religion, gibt es nicht, da davon ausgegangen wird, das jeder Mensch, der alles um sich herum für heilig und beseelt erklärt, keine destruktiven Absichten haben kann.
Die Wurzeln des modernen Wicca-Kults gehen bis auf die Veröffentlichung des Buchs "Witchcraft Today" (1954) von Gerald Brosseau Gardner zurück. In diesem Buch wurde dieser Kult zum ersten Mal öffentlich vorgestellt, die Schriften basieren zum Teil auf denen von Charles G. Leland „Aradia – Die Lehren der Hexen“ (1899) und Margaret Murray „The Witch Cult in Europe“ (1921) Seit 1994 ist die Wicca Religion in den Vereinigten Staaten eine anerkannte Religion und nach neuesten Angaben die fünftgrösste religiöse Vereinigung nach dem Christentum, Judentum, Islam. Buddhismus und Hinduismus.
Zitat:
„ Auf der Konferenz der Hexen im Frühjahr 1974 in Minneapolis verabschiedete der Rat der amerikanischen Hexen eine Erklärung mit dem Titel „Wicca-Prinzipien“. Damit wollte er die Öffentlichkeit und neue Anhänger über die wichtigsten Grundsätze von Wicca (der Hexenkunst) informieren. Dieses Dokument gibt einen Überblick über die Hexengesetze, beschreibt aber nicht die vielen Nuancen, die es in jeder Bewegung gibt, die viel Zeit hatte, um zu wachsen und sich zu verändern. Trotzdem sind die Wicca-Prinzipien eine gute, vereinfachte Beschreibung unserer Philosophie. Leider hat der Hexenrat sich noch im selben Jahr aufgelöst; aber das bedeutet nicht, dass seine Bemühungen keine Früchte getragen hätten – ganz im Gegenteil! 1994, also zwanzig Jahre später, schrieb Wicca Geschichte, als einige Mitglieder – darunter Selena Fox vom „Zirkel des Heiligtums“ und Angehörige des „Bundes der Göttin“ – an einer Konferenz des Weltparlaments der Religionen in Chicago teilnahmen. Dank ihres großen Einsatzes erhielt ein sogenannter Modekult einen Platz unter den Religionen der Welt.“ (Quelle: Silver Ravenwolf: Freche Hexen)
Diese Lebensphilosophie, stellt ein Gefühl für die Stellung des Menschen im Kosmos und eine Form der Verehrung dar. Sie läßt die Menschen an den Mysterien der Lebenskraft teilhaben und unterstützt sie in ihrem Bedürfnis, dieses gemeinsam mit anderen Menschen zu tun.
Wicca unterscheidet sich von anderen Religionen dadurch, das Sympathie- und Naturmagie einen festen Bestandteil der religiösen Praxis bilden.
Wicca geht davon aus, daß Männer und Frauen mit inneren Fähigkeiten ausgestattet sind, die gemeinhin als "magisch" bezeichnet werden. Werden diese Kräfte passiv eingesetzt, z.B. um herauszufinden, was in Zukunft geschehen wird, dann nennt man dies "Hellsichtigkeit".
Beim aktiven Einsatz um Dinge zu beeinflussen nennt man dies "Magie". .
Einer der Grundgedanken ist:
Wir handeln auf eigene Verantwortung, ob nun auf irdischem oder magischem Wege. „Wenn wir denken, erschaffen wir etwas.“
Wir nehmen untereinander Kontakt auf, erweitern unseren spirituellen Horizont mit Meditationen, heilen mit unseren eigenen Kräften oder mit denen der Pflanzen, schützen unsere Umwelt und nehmen immer wieder Kontakt zu ihr auf. Wir lieben das Leben und genießen alles, was es uns bietet. Aus diesem Grunde behandeln Hexen oder Priesterinnen jeden Menschen, egal welcher Nationalität, welchen Glaubens und welcher sexuellen Neigung, mit Liebe und Respekt.
 
Gott und Göttin
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